Viele Mobilfunkanbieter haben mittlerweile eine Datenautomatik in ihre Tarife integriert und verkauften damit automatisch zusätzliche Datenpakete, sobald das Inklusivvolumen verbraucht ist. Als nützliches Feature verkauft, das im Notfall für zusätzliches Highspeed-Volumen sorgen soll, entpuppt sich die das automatische Nachbuchen der Internetpakete schnell als potenzielle Kostenfalle.

Wenn ihr die Tarifdetails nicht sorgfältig studiert habt, wisst ihr unter Umständen gar nichts von der Klausel, bis die zusätzlichen Datenpakete plötzlich auf der Rechnung auftauchen und den Preis in die Höhe treiben. Um die unerwünschten Kosten zu vermeiden, ist in der Regel ein aktives Eingreifen des Handynutzers nötig, ihr müsst also der Nachbuchung explizit widersprechen und eine Datenautomatik Deaktivierung durchführen. Je nach Anbieter erfordert das mal mehr und mal weniger Aufwand.

Datenautomatik in der Praxis

So funktioniert das automatisch Nachbuchen die Funktion der Datenautomatik ist im Prinzip schnell erklärt. Pro Monat habt ihr ein bestimmtes Datenvolumen zur Verfügung, dass ihr mit voller Geschwindigkeit verbrauchen könnt. Üblicherweise handelt es sich dabei um 500 MB, 1 GB oder 2 GB.

Ist das Highspeed-Volumen verbraucht, wird die Verbindung gedrosselt und das teilweise so drastisch, dass eine normale Benutzung der mobilen Internetverbindung bei 64 Kbit/s oder sogar 32 Kbit/s Bandbreite kaum noch möglich ist. Facebook wird wegen der vielen Bilder zur Qual, Webseiten werden nur noch sehr langsam aufgebaut und selbst WhatsApp wirkt spätestens beim Verschicken von Sprachnachrichten oder Bildern sehr langsam.

Bei einer aktiven Datenautomatik ist das nicht der Fall. Die sorgt dafür, dass nach dem Verbrauch des Inklusivvolumens ein Datenpaket mit zusätzlichem Datenvolumen nachgekauft wird – ganz automatisch. Natürlich ist das zusätzliche Highspeed-Volumen nicht gratis, die Anbieter berechnen je nach Umfang in der Regel zwischen 2 und 4 Euro für jede Extraportion Highspeed-Internet.

Oft greift die Datenautomatik gleich mehrfach und bis zu dreimal, weshalb am Ende gleich mehrere Zusatzpakete auf der Rechnung auftauchen. Erst nachdem die festgelegte Höchstmenge an Datenpaketen erreicht ist, wird die Verbindung gedrosselt. In einigen Fällen werdet ihr kurz vor der Buchung einer weiteren Datenmenge per SMS informiert und könnt die Automatik mit einer kurzen Antwort vorübergehend ausschalten, für eine dauerhafte Deaktivierung müsst ihr aber etwas mehr Aufwand betreiben.

O2 Telefonica: Für Neukunden ist die Automatik kein Thema mehr

Der deutsche Netzanbieter O2 hat die neuen O2 Free-Tarife eingeführt, bei denen die automatische Nachbuchung zusätzlicher Internetpakete zum Glück kein Thema mehr ist. Stattdessen können sich Neukunden für den Free-Tarif entscheiden, bei dem eure Internetverbindung zudem nur auf eine Bandbreite von 1 Mbit/s gedrosselt wird. Das ist zwar immer noch spürbar, erlaubt aber selbst bei aktiver Drosselung die meisten Tätigkeiten, egal ob es um WhatsApp, Facebook oder das Surfen im Internet geht.

Bestandskunden, die noch einen Basic- oder All In-Tarif haben, sind allerdings weiterhin von der automatischen Nachbuchung betroffen und müssen aktiv werden, um sie dauerhaft auszuschalten. Je nach Tarif sorgt die Automatik für unterschiedliche Kosten. Die meisten Kunden erhalten bis zu drei Mal 100 MB zusätzlich, wobei jedes Datenpaket mit zwei Euro abgerechnet wird. Habt ihr einen All In XL-Tarif, werden für jeweils 500 MB drei Euro berechnet. Premium-Kunden zahlen für bis zu drei Datenpakete mit jeweils 750 MB zusätzlichen Volumen sogar je fünf Euro.

Für die Datenautomatik Deaktivierung genügt ein Anruf bei der Hotline, die im O2-Netz mit der 55222 und im Festnetz unter der Telefonnummer 089-787979400 erreichbar ist. Dort könnt ihr der automatischen Nachbuchung zusätzlicher Datenpakete bei einem Service-Mitarbeiter widersprechen und so für eine dauerhafte Abschaltung sorgen, damit ihr euch in Zukunft beim Surfen keine Sorgen mehr über zusätzliche Kosten machen müsst.

Datenautomatik Vodafone Deaktivierung

Vodafone ist dem Beispiel anderer Anbieter gefolgt und hat im Jahr 2014 mehrere Tarife mit einer Datenautomatik eingeführt. Die „SpeedGo“-Option sorgt durch zusätzliche, kostenpflichtige Datenpakete dafür, dass die mobile Internetverbindung auch nach Verbrauch des Inklusivvolumens nicht gedrosselt wird. Der Düsseldorfder Mobilfunkkonzern lässt sich das mit zwei Euro für 100 MB bzw. drei Euro für 250 MB bezahlen, wobei maximal drei Volumenpakete automatisch gebucht werden.

Um die zusätzlichen Kosten zu vermeiden, habt ihr als Vodafone-Kunde mehrere Möglichkeiten. Ihr bekommt eine Info-SMS von Vodafone zugeschickt, sobald ihr 90% eures Inklusivvolumens verbraucht habt. Auf diese SMS antwortet ihr mit „Langsam“ und könnt so das automatische Nachbuchen für den aktuellen Abrechnungszeitraum ausschalten. Eine dauerhafte Deaktivierung ist das aber nicht, im nächsten Monat muss der Vorgang wiederholt werden. Um die Automatik dauerhaft abzuschalten, kontaktiert ihr die Service-Hotline von Vodafone und bittet mit Nachdruck um die Deaktivierung. Im Vodafone-Netz ist das Service-Team unter der Rufnummer 1212 erreichbar, im Festnetz wählt ihr die 0800-1721212.

Datenautomatik BASE und andere Discount-Marken

Der bekannte Mobilfunkanbieter BASE bzw. E-Plus gehört mittlerweile zu O2 Telefonica und dient innerhalb des Konzerns als Discount-Angebot. Neukunden müssen sich keine Sorgen mehr über zusätzliche Kosten machen, da in den neuen Tarifen keine automatische Nachbuchung weiterer Datenpakete mehr vorhanden ist. Stattdessen könnt ihr zusätzliches Volumen je nach Bedarf zubuchen. Als Bestandskunden, die noch einen alten Tarif besitzen, müsst ihr aber unter Umständen aktiv werden und beim Service-Team um die Deaktivierung der Datenautomatik bitten. Die Hotline ist aus allen Mobilfunk- und Festnetzen unter der Rufnummer 0163-1631140 erreichbar.

Seid ihr Kunde eines anderen Anbieters oder einer Discount-Marke und von einer automatischen Datenbuchung betroffen, schaut euch zunächst in dem Online-Portal des Anbieters um, ob dort eine Funktion existiert, mit der sich die Funktion abschalten lässt. Alternativ ist auch bei anderen Anbietern die Service-Hotline eine gute Anlaufstelle, um der Automatik zu widersprechen.